Martin Obermeir-Siegrist: Christlich geht anders, weil …

… nicht die Herkunft eines Menschen zählt, sondern „der Glaube, der durch die Liebe tätig ist“ (Galater 5,6).

Der Glaube, den uns Jesus Christus vorgelebt hat, ist im Kern Vertrauen auf Gott und Hinwendung zu unseren Mitmenschen. Wer von Gottes Liebe ergriffen wird, wer fest darauf vertraut: „Ich bin von Gott geliebt. Gott sorgt für mich. Gott vergibt Schuld, die ich auf mich geladen habe und schenkt neue Anfänge“, wird sich ganz selbstverständlich anderen Menschen zuwenden. Denn wenn Gott für mich sorgt, brauche ich keine Angst mehr zu haben, ich könnte zu kurz kommen. Ich brauche nicht mehr ängstlich auf meinen eigenen Bauch schauen, sondern kann den Kopf heben und wahrnehmen, wer um mich herum steht und geht, lacht und weint.

So bin ich frei, mit den Menschen zu gehen und zu tragen, zu lachen und zu trösten. Die Geborgenheit und Freiheit, die Gott mir schenkt, die wünsche ich allen Menschen – egal woher sie kommen, egal was sie getan haben, oder noch tun werden. Was in meiner Macht steht, will ich dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen gut leben können.

Dazu gehört es auch, für die Menschen einzutreten, auf die ständig hingetreten wird. Das Schlechtmachen anderer Menschen und Politik, die wenigen Reichen nützt, aber der Mehrheit der Menschen und Gottes ganzer Schöpfung schadet, kann ich niemals widerstandslos hinnehmen.
Wie Jesus es gelehrt hat, kämpfe ich ausschließlich mit gewaltlosen Mitteln. Diese werden immer noch unterschätzt, obwohl mit ihnen zahllose positive gesellschaftliche Entwicklungen erkämpft wurden (z.B. Ende der legalen Sklaverei, Beseitigung von rassistischen Gesetzen, bessere Lebensbedingungen der Arbeiterschaft, Sturz von totalitären Regimen).

Ich bete darum, dass Gott uns Kreativität, Entschlossenheit und Mut schenkt, für Gerechtigkeit zu kämpfen. Damit unser Glaube, der durch die Liebe tätig ist, dieser Welt Frieden bringt.

Martin Obermeir-Siegrist
Pastor
Evangelisch-methodistische Kirche

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