Karl Immervoll kritisiert “Aktion 20.000”-Stopp

Der langjährige niederösterreichische Betriebsseelsorger Karl Immervoll hat sich enttäuscht gezeigt, dass die Bundesregierung die „Aktion 20.000“ für ältere Arbeitssuchende beendet.
Der Papst-Leo-Preisträger, der für seine vielen Sozialinitiativen im strukturschwachen Waldviertel bekannt ist, bezeichnete die Aktion als „echte Hilfe für ältere Arbeitssuchende“. Denn auch wenn die Wirtschaftsdaten derzeit positiv seien, habe es diese Gruppe „total schwer Arbeit zu finden“. Betriebe würden Arbeitnehmer über 50 Jahren eher abbauen als sie einzustellen, vor allem, wenn sie schon längere Zeit ohne Job waren.

Verlust wertvoller Zeit

Ob es wirklich 20.000 neue Jobs geworden geworden wären, sei dahingestellt, meinte Immervoll am Mittwoch gegenüber Kathpress. Der Hinweis auf den bisher schleppenden Verlauf zähle nicht, denn das beziehe sich auf einzelne Modellregionen: „Bei uns ist die Aktion noch gar nicht angelaufen, das wäre erst ab 1. Jänner gewesen.“ Die mit 30. Juni 2019 befristete Maßnahme auszusetzen, bedeutet nach den Worten des Betriebsseelsorgers jedenfalls, dass wertvolle Zeit vergeht, bis wieder eine Entscheidung fällt.

Die „Aktion 20.000“ wäre aus Immervolls Sicht auch nachhaltig gewesen. Jeder Arbeitssuchende sei froh um jeden Monat Anstellung und damit Pensionsversicherungszeit. Weiters bedeute Arbeit zu haben auch Kontakt und Teilhabe an der Gesellschaft, Arbeitslosigkeit dagegen stehe für „weg vom Fenster“.

„Wurde nicht diskutiert“

Außerdem: Einen neuen Arbeitsplatz zu finden sei von einer Beschäftigung aus leichter als aus der Arbeitslosigkeit, so Immervoll. Da auch Arbeitsstellen im Bereich der Gemeinnützigkeit angedacht waren, wäre dadurch wichtige gesellschaftliche Arbeit entstanden. Immervoll kritisierte auch die Vorgehensweise der Regierung bei der Aussetzung der Aktion: „Über diesen Schritt wurde nicht diskutiert – nicht im Parlament, nicht mit Experten, nicht einmal im Ministerrat.“

religion.ORF.at/KAP

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