Pastoralrat der ED Salzburg: Wertschätzung statt Ignoranz

Pastoralrat fordert von der Bundesregierung  neuen Umgang mit Engagierten in der Flüchtlingsarbeit

In vielen Pfarren bangen zurzeit in der Flüchtlingsarbeit Engagierte um ihre Schützlinge. Einige mussten auch bereits die Erfahrung machen, dass Flüchtlinge ohne Rücksicht auf Integrationsgrad und unter Missachtung menschlicher Standards abgeschoben wurden. Der zivilgesellschaftliche Einsatz vieler freiwilliger Helferinnen und Helfer, der längst offizielle Anerkennung verdient hätte, wird mit einer solchen Vorgangsweise der Behörden zunichte gemacht. Das ist nicht nur wirtschaftlich unsinnig, sondern trifft österreichweit tausende Menschen, die aus Überzeugung dem Staat geholfen haben, die Flüchtlingskrise zu bewältigen  und die notwendige Integration der Flüchtlinge zu bewerkstelligen. Allein die Caritas konnte sich 2015 auf 50.000 Freiwillige (z.B. Deutschkurse, Begleitung von Behördengängen etc.) stützen, 30.000 sind in ganz Österreich nach wie vor engagiert.

Der Pastoralrat der Erzdiözese Salzburg, das repräsentativste Beratungsgremium in der Kirche Salzburgs,  appelliert daher an die Bundesregierung, den guten Willen und das Engagement so vieler Menschen nicht weiter zu ignorieren und durch zweifelhafte Entscheidungen zu desavouieren. Es wäre höchst an der Zeit, Vertreter der Zivilgesellschaft in die Entscheidungen einzubinden oder zumindest anzuhören.

Das betrifft nicht zuletzt die Entscheidung in Situationen, wo Negativentscheidungen im Asylverfahren zu unangemessenen Härtefällen führen. Hier bedarf es der institutionalisierten Möglichkeit einer neuerlichen Prüfung eines humanitären Aufenthalts, wo die Informationen und Erfahrungen der die betroffenen Asylsuchenden betreuenden Behörden, Gemeinden, Kirchen, der ehrenamtlichen Gruppen oder Privatpersonen gehört werden und in die Entscheidungsfindung einfließen. 

Eine Kommission auf Landesebene, die solche Härtefälle prüft, könnte all diese Erfahrungen und Informationen zusammentragen, systematisieren und gewichten und einen Entscheidungsvorschlag für einen humanitären Aufenthalt ausarbeiten. Vorschläge und Forderungen für eine solche „Härtefallkommission“ wurden bereits, von den Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs, der Katholischen Aktion Österreich und der Plattform für Menschenrechte Salzburg ausgearbeitet und erhoben. Der Pastoralrat der Erzdiözese fordert im Einvernehmen mit Erzbischof Dr.Franz Lackner die rasche Umsetzung dieses Vorschlags.

Einstimmig beschlossen in der Pastoralratssitzung vom 20.11.2018 in Salzburg

Eine Antwort

  1. Wolfgang Radschiner
    Wolfgang Radschiner at |

    Gut so. Die Verantwortlichen müssen mit Positivmeldungen “bombardiert” werden.
    LG WR

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